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Nachhaltigkeitsbericht 2015

Logistik und Transport

Logistikplanung

Produkttransporte nach Verkehrsträgern 2015

Die Produktions- und Logistikplanung hängt von den zu transportierenden Produkten ab. Bei eher großvolumigen Produkten verringern wir durch regionale Produktionsstandorte die Transportwege und die damit verbundenen Umweltbelastungen. Bei kompakten Produkten fällt der Transportaufwand geringer aus, so dass diese möglichst zentral produziert werden. Inzwischen werden viele Industrieklebstoffe in der Nähe der Produktionsstätten unserer Kunden hergestellt.

IT-Lösungen für die Logistikplanung

Mit dem neuen Transport-Management-System ONE!TMS haben wir eine unternehmensweite IT-Lösung eingeführt, um unsere Transportplanung über alle Unternehmensbereiche und Länder hinweg effizienter zu gestalten. Eine höhere Auslastung sowie optimierte Routen reduzieren die Transportkilometer, verringern den Treibstoffverbrauch und sparen so CO2 ein. Im Jahr 2015 wurde ONE!TMS an Standorten in den Benelux-Ländern, Spanien, Slowenien, China und Taiwan umgesetzt.

EcoTransIT

Zur Darstellung unserer Fortschritte ist die systematische Erfassung der CO2-Emissionen unserer Logistik sehr wichtig. Im Jahr 2015 haben wir unsere Systeme auf die Nutzung des neuen Instruments EcoTransIT World vorbereitet, das auf Basis der Norm DIN EN 16258 die Umweltauswirkungen von Transporten aller Verkehrsträger ermittelt. Es wird ab 2016 eingesetzt.

Mehr Informationen zu EcoTransIT.

Initiativen zur Emissionsreduktion

Wir optimieren unsere Logistikstrukturen und -konzepte, um unsere Transportemissionen zu senken. Die Lage von Warenlagern und Verteilzentren soll die Distanz zwischen Standorten und Kunden auf ein Minimum reduzieren. Wo möglich, legen wir Transporte zwischen einzelnen Standorten und Lagern zusammen.

Im Einklang mit unserer globalen Supply-Chain-Organisation haben wir Programme zur Emissionssenkung entwickelt, die Synergiepotenziale unternehmensbereichsübergreifend ausschöpfen.

Unsere Unternehmensbereiche Laundry & Home Care und Beauty Care haben zum Beispiel das „Mega Warehouse“-Konzept in Nordamerika umgesetzt. Dabei lagern wenige Haupt-Distributions-Zentren Produkte bis zur rechtzeitigen Lieferung der jeweils benötigten Menge an die Außenlager und an den Handel. Dies spart 320.000 Transportkilometer und etwa 380 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

In einer anderen Initiative der beiden Unternehmensbereiche führt die Anmietung anstelle des Kaufs von Paletten dazu, dass deren Einsammlung effizienter und die Handhabung von beschädigten Paletten verbessert wird. Laundry & Home Care erweiterte dieses Konzept auf ganz Europa und vermeidet damit jedes Jahr zusätzlich 480 Tonnen CO2 und 900 Tonnen Holzabfall.

Adhesive Technologies senkt Emissionen durch die Optimierung von Eil- und Luftfrachtdiensten. Daraus resultierende Verbesserungen entlang der Wertschöpfungskette sparen ab 2016 jährlich rund 1.500 Tonnen CO2.

Insgesamt wollen wir in den nächsten fünf Jahren unsere Logistikemissionen um rund 5 Prozent reduzieren.

Unser Ziel wird durch ein entsprechendes Reporting-Instrument und einen unternehmensweiten Ansatz für mehr Nachhaltigkeit in der Logistik gestützt.

Die vier wesentlichen Treiber hierfür sind:

  1. Optimierung des Fußabdrucks unserer Läger (globale Projekte in allen Geschäftsbereichen)
  2. Optimierung des Transportwesens (beispielsweise Optimierung der Palettierungen und Verpackungen)
  3. Ausweitung intermodaler Transporte
  4. Zusammenarbeit mit Transportdienstleistern (beispielsweise gemeinsame Projekte zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks)

Gesamtbilanz: Betrieblicher CO2-Fußabdruck 2015

Anforderungen an unsere Logistikpartner

Bei der Auswahl unserer Transportpartner achten wir auf deren Leistungen im Bereich Effizienz ebenso wie bei Umweltschutz und Sicherheit. Entsprechende Kriterien sind Teil unserer Anfrageprozesse beim Einkauf von Logistikdienstleistungen. Dazu gehören Energiesparziele sowie Maßnahmen zur Modernisierung der Fahrzeugflotte.

Weitere Maßnahmen zur ­Reduzierung unserer Transport- und ­Logistik-Emissionen:

Bereich

Maßnahme

Logistikstrukturen

  • Direktzüge: Wir haben die in 2010 begonnene Verlagerung der Kosmetiktransporte von der Straße auf die Schiene weiter ausgedehnt. Neben der Ware für den deutschen Markt wird jetzt auch die Ware für die Benelux-Länder, für Großbritannien sowie für den Übersee-Export über den deutschen Direktzug transportiert. Statt täglich fünf Bahnwaggons setzen wir nun zehn Waggons für die Strecke vom Produktionswerk in Wassertrüdingen, Bayern, ins Zentrallager nach Monheim, Nordrhein-Westfalen, ein. Dies entspricht einer Entlastung der Straßen von bis zu 60 Lkws täglich (Stand 2015). Um die Zugstrecke auch in umgekehrter Richtung zu nutzen, werden seit 2015 Rohstoffe, die am Standort Düsseldorf hergestellt werden, mit dem gleichen Zug zurück nach Wassertrüdingen transportiert. Dadurch konnten wir die tägliche Hin- und Rückfahrt von drei Straßentankzügen ersetzen, was einer Vermeidung von über 600 Straßentankzügen im Jahr entspricht.
  • Intermodale Transporte: Der intermodale Verkehr kombiniert mindestens zwei Verkehrsträger. Bei Henkel bedeutet das auch hier die zunehmende Verlagerung von der Straße auf die Schiene: Ein Lkw bringt die zu transportierende Ware zum nächsten Bahnverladeterminal, woraufhin die lange Strecke mit der Bahn zurückgelegt wird. Am Empfangsterminal holt ein anderer Lkw die Ware ab und stellt diese dem Empfänger zu. In den USA werden bereits 40 Prozent der Transporte von unseren Werken zu Lägern der Unternehmensbereiche Laundry & Home Care und Beauty Care intermodal abgewickelt. Auch der Bereich Adhesive Technolgies nutzt intermodale Transporte, insbesondere zum Aufstocken von Lägern, und konnte im Jahr 2015 die Straßen in den USA um rund 150 Lkws entlasten.
    Seit 2008 arbeiten wir gemeinsam mit unseren europäischen Logistikpartnern schrittweise am Ausbau intermodaler Transportstrecken. So vermeiden wir zum Beispiel auf der intermodalen Italienstrecke von deutschen Fabriken und Lägern nach Mailand seit 2011 jedes Jahr rund 380 Lkws auf den Straßen. In 2015 konnten wir durch den intermodalen Verkehr zwischen dem Henkel-Werk in Maribor, Slowenien, und dem Zentrallager in Monheim, Deutschland, die Straßen um rund 480 Lkws pro Jahr entlasten. Unsere bisherigen Tests zeigen, dass der Ausbau intermodaler Strecken in Griechenland und Skandinavien Potenzial hat. In 2016 starten wir die systematische Prüfung aller Routen im Konzern auf intermodale Tauglichkeit.
  • 2015 haben wir in unserem Geschäftsfeld Elektronik von Adhesive Technologies in Nordamerika damit begonnen, Styropor-Kühlbehälter für den Transport wärmeempfindlicher Produkte durch wiederverwendbare Thermobehälter zu ersetzen. Die neuen Behälter reduzieren den CO2-Fußabdruck um 75 Prozent und den Abfall pro Behälter um 95 Prozent. Die Einsparungen konnten erzielt werden, da kein Trockeneis und keine Styropor-Verpackung verwendet wurden. Stattdessen nutzt der neue Prozess ein System analog zu dem einer Kühlbox mit Kühlakkus, die dafür sorgen, dass der Inhalt gefroren bleibt. Da diese Kühlbox wiederverwendbar ist, müssen wir keine Kühlbehälter und kein Trockeneis mehr entsorgen. Das Projekt wird aktuell an ausgewählten Standorten in Nordamerika umgesetzt. Unser Ziel ist es, diesen Prozess zu erweitern.
  • Die verstärkte Ansiedlung von Zulieferbetrieben „Wall to Wall“ mit unseren Fabriken vermeidet Transporte. Dies gilt besonders für die Verlagerung der Produktion von Verpackungsmitteln direkt an unsere Standorte. Dies erfolgte zum Beispiel in Hazelton, USA, und in Levice, Slowenien. Hier haben sich Hersteller für Plastikverpackungen direkt neben unserem Werk beziehungsweise neben unseren Lohnherstellerbetrieben niedergelassen. Auch die Konfektionierung („Co-Packaging“) unserer Waschmittel für den osteuropäischen Markt findet seit 2011 direkt an unserem Zentrallager in Wien statt.
  • Wir stellen auf moderne, effizientere Logistikausrüstung um, zum Beispiel durch den Austausch einiger dieselbetriebener Gabelstapler gegen Elektrostapler.

Synergien/Kooperationen

  • Ausbau des sogenannten „Pooling“, das heißt, des gezielten Zusammenlegens von Transport und Lagerung von ähnlichen Produktkategorien zusammen mit anderen Anbietern bei einem Logistikdienstleister. Hiermit können Synergien bei Lagerung, Kommissionierung und Transport erreicht werden. So wird beispielsweise sichergestellt, dass nur vollständig beladene Lkws zu den Zentrallagern unserer Kunden fahren und der Anteil von Leerfahrten deutlich vermindert wird. Solche Gemeinschaftskonzepte hat Henkel mittlerweile in Belgien, Tschechien, Großbritannien und den skandinavischen Ländern umgesetzt.
  • Um in der Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern weitere Optimierungspotenziale aufzudecken, beteiligen wir uns unter anderem an der europaweiten Initiative „Efficient Consumer Response“.
  • Gemeinsam mit dem Logistik-Dienstleister Cretschmar Cargo arbeitet Henkel Beauty Care in Deutschland daran, die Logistik durch eine Modernisierung des Fuhrparks sowie Schulungen aller Fahrer auf CO2-neutrales Fahren grüner zu gestalten.
  • Gleichzeitig ist die Auslastung der Lkws ein großer Hebel in der CO2-Reduktion (z.B. durch die Zusammenfassung von Lieferungen mit dem gleichen Bestimmungsort). Durch eine Analyse der Bestellungen konnte die Auslastung der Wagen um bis zu 25 Prozent erhöht werden.

Produktoptimierungen

  • Wir arbeiten an Produktoptimierungen hinsichtlich Gewicht und Volumen, soweit ohne Einschränkung von Leistung, Convenience und Stabilität möglich. Produktkonzentrate oder leichtere Verpackungsmaterialien sparen Transportgewicht und damit CO2-Emissionen. Ein Beispiel: Die Umstellung der US-Flüssigwaschmittelmarke Purex auf ein Konzentrat. Ergebnis: Vermeidung von rund 17.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen beim Transport pro Jahr durch reduziertes Produktvolumen.
  • Die Einführung einer Prüfstufe im Marketing-Entscheidungsprozess sorgt für den Abbau von Komplexität in unseren Produkten. Zum Beispiel führt die Nutzung von Basis-Formulierungen und ähnlichen Verpackungsmaterialien für unterschiedliche Marken und Länder zu geringerem Materialverbrauch und geringeren Abfällen und damit auch zur Reduktion der zu transportierenden Mengen.

Geschäftsreisen/Firmenwagen

  • Wir haben Richtlinien entwickelt, um Dienst- und Flugreisen mit Video- und Telefonkonferenzen zu ersetzen.
  • Durch den technischen Fortschritt und landesspezifischen Definitionen von effizienten Referenzfahrzeugen sowie durch die Festlegung von CO2-Obergrenzen für neue Fahrzeugbestellungen, konnten wir den CO2-Ausstoß pro Kilometer bei neu zugelassenen Firmenwagen für unseren Außendienst seit einigen Jahren kontinuierlich senken.
  • Für den Bereich Infrastruktur-Services an den Standorten Düsseldorf, Italien und Japan wurden seit Mitte 2012 mehr als 20 Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb angeschafft und Auflade-Stationen für diese Autos installiert. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung des Henkel-Kraftwerks am Standort Düsseldorf beträgt der CO2-Ausstoß, der aus der Energieerzeugung zum Aufladen der Fahrzeug-Batterie resultiert, 40 Gramm pro Kilometer (im Vergleich zu 80 Gramm pro Kilometer aus dem öffentlichen Netz) beziehungsweise 120 bis 180 Gramm pro Kilometer mit Benzin-Motor.
  • 2014 haben wir ein Projekt eingeführt, das darauf abzielt, in unserer Dienstwagen- und Fuhrparkverordnung mehr schadstoffarme Autos zu etablieren. In 2015 fiel die Entscheidung, dass in 2016 ein Pilot des Projekts in Deutschland umgesetzt wird. Das heißt, dass für unser Management Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb als Firmenwagen bestellt werden können, sofern das Fahrerprofils bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Des Weiteren wird die Projektgruppe untersuchen, ob Elektrofahrzeuge auch in weiteren Ländern eingeführt werden können.

Verkehrssicherheit

Für seinen Außendienst hat der Unternehmensbereich Adhesive Technologies eine globale Verkehrssicherheitskampagne initiiert. Ein weltweit verfügbares Angebot interaktiver E-Learning-Module soll das Bewusstsein für Fahrsicherheit steigern und wurde 2015 von nahezu 1.000 Mitarbeitern genutzt. Durch sicherheitsbezogene Teamgespräche vermitteln Außendienstmanager die Wichtigkeit dieses Themas persönlich an ihre Teams. Praktische Fahrsicherheitstrainings je nach Bedarf runden das globale Trainingsportfolio ab.